Über mehr als 10 Jahre hinweg war ein großer Teil meines Weges von ständigen Schmerzen begleitet. Heute frage ich mich, wozu dieser Schmerz eigentlich gut war. Warum musste ich wie Goldmarie bei Frau Holle erst Schmerzen erleiden und durch den Schmerz gehen, um zu Frieden und Glück zu finden?
Warum musste ich erst völlig am Ende sein, um einen Schritt aus den ausgetretenen Wegen machen zu können?
Nach Jahren voller Schmerzen und diversen Experimenten mit verschiedensten Arten von Schmerzmitteln, die alle nicht wirken wollten, hatte die Schulmedizin endlich einen Namen für meine Krankheit gefunden: Endometriose - chronisch; die Ursachen kennt man nicht; und natürlich kann man auch nichts tun, um vollständige Heilung zu erlangen. Meine einzige Hoffnung: Es gibt Fälle, bei denen nach einer Schwangerschaft die Krankheit geheilt war. Doch wie sollte ich das erreichen, wenn eine der Auswirkungen der Krankheit Unfruchtbarkeit ist?
Die Bauchspiegelung, die zu dieser Diagnose führte, hatte auch meinem Blinddarm das Leben gekostet, da er vollständig eingewachsen war.
Prognose: Stufe 3, d.h. die Chancen für eine künstliche Schwangerschaft lagen bei unter 1o %, womit die Hoffnungen für eine endgültige Heilung sanken.
Es folgten die verschiedensten Therapien, die mir immer wieder für eine kurze Zeit zu einem schmerzfreien Leben verhalfen. Aber sobald ich die Aussage erhielt, dass die Endometriose ausgeheilt sei und somit auch die Hormone nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt wurden, setzte ich jedes Mal die Pille ab. Warum auch sollte ich Hormone schlucken, die eine Schwangerschaft verhindern, wenn ich doch schwanger werden wollte?
Ein paar Monate später ging alles von vorn los, d.h. die Schmerzen hatten mich wieder voll im Griff.
Heute weiß ich, dass eine Heilung nicht möglich war, weil ich die Krankheit nicht als Chance genutzt hatte, mein Denken und mein Leben zu verändern.
Heute danke ich Gott dafür, dass er nicht müde wurde, den Startknopf immer wieder neu zu drücken, nach dem Motto: Hier hast Du noch einen nächsten Versuch, um zu einem Leben in Gesundheit und Harmonie zu finden.
Und immer wenn ich ganz unten war, bewahrheitete sich der Spruch meiner Oma, der zu Hause an meiner Wand hängt:
"Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtschein her, dass du es noch einmal wieder zwingst und von Sonnenschein und Freude singst. Leichter trägst des Alltags harte Last und wieder Kraft und Mut und Glauben hast."
So ein Lichtschein kam Weihnachten 2001 zu mir, dort fand ich bei meiner Schwiegermutter "zufällig" das Buch "Traditionelle chinesische Medizin"
Daraufhin suchte ich eine Ärztin für Akupunktur auf. Doch Frau Dr. Prügner schaffte es bei aller Liebe und Kompetenz nicht, mir den Schmerz zu nehmen, weil ich noch vor der 2. Sitzung wieder in mein altes Denken zurückfiel, und darauf hoffte, dass die Akupunktur den Schmerz beseitigen würde, ohne dass ich selber etwas dafür tun müsste.
Ich vergaß wieder, dass nur ich selbst es bin, der mich selbst heilen kann.
Stattdessen war sie der "Engel", der in meiner Verzweiflung immer neue "Lichter" entzündete, und mir Hoffnung gab.
Sie empfahl mir als erstes Buch "Gespräche mit Gott"
Es hat mich große Überwindung gekostet dieses Buch zu kaufen, denn in einer atheistischen, rationalistischen und vollständig materialistischen Weltanschauung hat das Wort "Gott" eigentlich keinen Platz. Wenn es wirklich einen Gott gibt, dann hätte er doch eigentlich irgendeiner wissenschaftlichen Expedition schon mal begegnen müssen, so dachte ich. Menschen wie Jesus oder Buddha habe ich zwar schon immer bewundert, aber wieso sollte ich Dinge tun, nur damit irgend so ein Herr, der da auf seiner Wolke dahinschwebt glücklich ist und sich nicht an mir rächt? Dieses Buch hat es auf Anhieb geschafft, meine bisherigen Ansichten über Gott vollständig über den Haufen zu werfen. Denn plötzlich waren Gott und der gesunde Menschenverstand nicht mehr zwei entgegen gesetzte Dinge. Es war auf einmal vollkommen in Ordnung, so zu leben wie ich wollte, denn es wäre ja unlogisch, wenn Gott mir erst die Möglichkeit gibt eine Wahl zu treffen, und sich dann darüber beschwert, dass ich eine seiner Meinung nach falsche Wahl getroffen habe. Wenn es so wäre, hätte er doch einfach verhindern können, dass ich diese Wahl treffe.
Ich kann mein Leben selbst erschaffen, weil Gott nicht irgendwo ist, sondern "Gott ist alles und nichts", bis hin zu der endgültigen Konsequenz, dass ich selber ein Teil Gottes bin, mit allen Eigenschaften Gottes. Ich kann selber die Dinge erschaffen, die ich möchte. Gott ist pure bedingungslose Liebe, und weil Gott alles ist, gibt es also auch nur Liebe. Das Gegenteil von Liebe - die Angst - gibt es nicht wirklich. Sie existiert nur, damit wir erfahren können, was Liebe ist. Es gibt auch keine Hölle, in der wir schmoren könnten, da es ja nur Liebe gibt. In der Hölle sind wir nur im aktuellen Augenblick, wenn wir vergessen, dass wir im Himmel sind. Durch dieses Buch habe ich zu einem Glauben gefunden, der über allen Religionen liegt. Es hat mich zu der Essenz geführt, die alle Religionen nicht mehr als gegensätzlich nebeneinander stellt, sondern sie gleich macht. Für mich standen Jesus, Buddha, und wie sie alle heißen, plötzlich auf einer Stufe ohne wirkliche Unterschiede. Mehr noch: Es hat mich in dem Glauben bestärkt, dass das was sie erreicht haben, jeder erreichen kann.
Doch das "Glauben" und das beständige Überprüfen der Gedanken macht in der täglichen Realisierung natürlich seine Schwierigkeiten, vor allem wenn man das wirkliche Glauben nie gelernt hat.
Das Buch, das mir dabei geholfen hat, manchmal meinen Gedanken zuzuhören, war "JETZT! Die Kraft der Gegenwart"
Dadurch habe ich es manchmal geschafft, dass der Schmerz nicht gleich beim ersten Anzeichen die Herrschaft über mich gewann. Ich lernte immer öfter, in mich hineinzuhören, und den Verstand zu beobachten, wie er Horrorszenarien und Angst aufbaut.
Am besten gefallen mir die folgenden Übungen aus diesem Buch, die ich immer wieder einmal mache:
- Höre auf die Stille, die die Geräusche erst möglich macht.
- Sieh den Raum, der die Dinge enthält.
- Bedanke dich bei jedem deiner Organe, dass sie so gut ihren Dienst verrichten.
Die Bücher von Dale Carnegie "Sorge dich nicht, lebe!"
Mein Weg führte mich weiter zu dem Buch "Meditation, Geheimnisse für Frauen"
Doch ich hatte nicht die Ausdauer, regelmäßig etwas für mich zu tun und damit den Sprung hinaus aus der Spirale des Schmerzes zu schaffen.
Dann schaffte Frau Dr. Prügner es, mich zum Besuch eines Heilers zu bewegen. Noch heute bin ich Malcolm Southwood dankbar, dass er es trotz meines inneren Unglaubens und Widerstandes schaffte, eine Bresche in die Mauer zu schlagen, die ich in meinem Inneren aufgebaut hatte. Es erschien mir wie ein Wunder, dass es überhaupt eine Reaktion gab, denn ich wusste ganz einfach nicht, wie ich "in die Vergangenheit gehen" sollte und wo ein Licht herkommen sollte; schließlich sieht es doch nur Grau aus, wenn man die Augen schließt. Er schaffte es meinen Körper zu Reaktionen zu bewegen, die nicht durch meinen Verstand kontrolliert wurden. Es war als wollte der Körper Dinge abschütteln. Ich hatte noch 2 Tage später das Gefühl, als würde ich auf Wolken gehen. Doch da ich das Gefühl festhalten wollte, löste es sich sehr schnell wieder auf, und der Alltag zog wieder ein.
Von diesem Zeitpunkt an hatte ich das Gefühl, dass es immer mehr "Zufälle" gab, die mich auf wundersame Weise auf meinem Weg immer weiter brachten.
Als erstes stolperte ich in der Bibliothek durch "Zufall" über das Buch "Krankheit als Weg"
Ich begriff, dass der Schmerz mich "in die Knie zwingen" wollte, um mich daran zu hindern, ständig mit voller Kraft und unter Volldampf zu fahren.
Doch auch dieses Mal gelang es mir nicht, die Entspannungsübungen über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Als Folge musste Gott ein weiteres Mal den Startknopf drücken, und das auch noch im Urlaub, den ich gerne am Strand verbringen wollte anstatt in irgendwelchen Arztpraxen auf der Suche nach stärkeren Schmerztabletten.
In diesem Urlaub in einer Nacht voller Schmerzen habe ich zum ersten Mal in meinem Leben zu Gott gebetet: "Bitte gib mir Klarheit. Ich verstehe nicht, was Du mir mit den Schmerzen sagen willst. Bitte finde eine klarere Sprache, die ich auch begreifen kann."
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